Der Haferundbananenblues

Weil ich Bananen und Hafer total gerne mag, getrennt und in Kombination. Weil dieses Video so wunderbar schräg ist. Weil ich schon lange keine Sätze mehr mit weil angefangen habe. Und, weil ich mich einfach nur mal melden wollte. Deswegen.

Ein Nachruf für die Holzwürmer

Unser Garten. Ein Ort der Ruhe und Beschaulichkeit. Unsere kleine Oase, unser Fluchtpunkt aus dem Alltäglichen. Wir lieben unseren Garten. So lange haben wir ihn ja schließlich noch nicht. Allerdings schätze ich, werden wir ihn ewig lieben. Wir sind übrigens umgezogen – nur so nebenbei.

Bei den derzeitigen Temperaturen ist unser Garten nicht nur Fluchtpunkt, sondern eigentlich auch Lebensmittelpunkt. Zumindest die Terrasse. Die Wohnung könnten wir momentan getrost untervermieten, weil wir sie so selten nutzen. Die nutzt nur der Hund. Dem ist es nämlich draußen zu warm, selbst im Schatten. Er ist ja auch nicht mehr der Jüngste.

Stonehenge des Grauens | (c) Antje Lieblang

Heute leidet die Idylle in unserem Garten allerdings vehement, denn auf unserer Wiese steht ein selbsterrichtetes Stonehenge des Grauens. Dieses Monument besteht aus schwarzen Müllsäcken, in denen sich, luftdicht verpackt, alte Holzkisten befinden. Diese schönen alten Holzkisten, die sich heute nur noch aufwändig und manchmal nicht ganz billig besorgen lassen und die sich, zu einem Regal zusammengestellt und mit allerlei Kram bestückt, zauberhaft zur Dekoration der Terrasse eignen. Wir hatten Glück. Der Blumenladen an der Ecke schließt. Die Kisten gingen zum Schleuderpreis raus. Mit ihnen leider auch ihre Bewohner.

Holzwürmer. „Ein Nachruf für die Holzwürmer“ weiterlesen

Fliegenfriedhof auf der Fensterbank

Ich interessiere mich nicht für Fußball. Die Abseitsregel wurde mir schon gefühlte hundert Mal erklärt, unter anderem von meiner Mutter, aber ich habe sie immer noch nicht verstanden. Meine eigene Fußballkarriere wurde im Keim erstickt, weil das Talent den Ball grundsätzlich ins Gesicht zu kriegen einen im Fußball eben nicht weit bringt, zumindest nicht weiter als in eine horizontale Position auf dem Rasen.

Zweitausenddrei habe ich mich übrigens zum letzten Mal an dieses Spiel herangetraut. Damals arbeitete ich beim Film als Setaufnahmeleitungsassistenz und meine ballverrückten Kollegen organisierten ein Turnier gegen ein anderes Filmteam. So richtig im großen Stil, sogar mit Trikots. Ich wollte cool sein, ich wollte ein Held sein und vorallem wollte ich ein Trikot. Somit ignorierte ich dieses ungeschriebene Gesetz, dass ein Fußball und ich niemals Freunde werden können und meldete mich für die Mannschaft. Drei Minuten war ich im Spiel, vielleicht kam es mir aber auch nur so lang vor, bis ich bewußtlos mit Nasenbluten neben meiner verbogenen Brille auf dem Rasen lag, nachdem unser italienischer Caterer mir den Ball aus ungefähr zwei Metern Entfernung mit voller Wucht ins Gesicht geschossen hatte.

Ich finde Fußball doof, weil Fußball doof zu mir ist. Ganz einfach. Nur alle zwei bis vier Jahre hat dieser Sport bei mir eine Chance, weil mein schwacher Geist sich von diesem nationalen Gemeinschaftshype mitreissen lässt. Dann gröhle auch ich anspruchslose Fußballlieder und feuere unsere Jungs an. Eine große und glückliche Fußballfamilie, ein Deutschland. Toll! Und ebenso scheinheilig, schon klar. Ungefähr so wie Karneval. Jeder weiß es und alle machen mit, weil es irgendwie trotzdem Spaß macht, wenn man mit den richtigen Leuten unterwegs ist.

Als Deutschland Neunzehnhundertneunzig zum letzten Mal Weltmeister wurde, war ich Dreizehn, also alt genug, um etwas mitbekommen zu haben. Habe ich aber nicht. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, was daran liegen könnte, dass es die Menschen um mich herum nicht sonderlich interessiert hat oder in meiner Welt kein Platz für sowas war.

Deswegen schaue ich heute in sicherer Umgebung, auf dem Sofa, natürlich mit den richtigen Leuten, denn sonst macht es ja keinen Spaß. Bälle jeglicher Art müssen übrigens an der Garderobe abgegeben werden, auch die vom Hund. Schließlich möchte ich bei Bewußtsein sein, wenn Deutschland Weltmeister wird!

Du sollst nicht lieben

Du sollst nicht lieben | (c) Pimpa Film Productions

Aaron (Zohar Strauss), verheiratet, Vater von drei Kindern und geschätztes Mitglied seiner jüdisch-orthodoxen Gemeinde in Jerusalem übernimmt nach dem Tod seines Vaters dessen Fleischerei. Bei einem Regenschauer sucht der gutaussehende Student Ezri (Ran Danker) Zuflucht in Aarons Laden. Nach anfänglicher Skeptik stellt Aaron Ezri als Aushilfe ein. Es dauert nicht lange und Aarons geordnetes Leben gerät aus den Fugen, denn bald kann er sich seinen neuen Gefühlen nicht mehr entziehen. Zwischen den beiden Männer entwickelt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung, die trotz Geheimhaltung nicht unbemerkt bleibt. Gerüchte über Ezri machen ihre Runde, Aarons Frau Rivka (Tinkerbell) leidet unter der Veränderung ihres Mannes und der Rabbiner der Gemeinde, sowie diverse Mitglieder beginnen Druck auf Aaron auszuüben. Er muss sich entscheiden!

„Du sollst nicht lieben“ ist ein leiser und wunderbarer, aber auch sehr trauriger Film voller Gefühl und einem interessanten Einblick in die Welt des orthodoxen Judentums. Trailer, sowie einen Link zur Seite des Films nach dem «Klick». „Du sollst nicht lieben“ weiterlesen

Ich möchte Deine Tränen weinen

Ich möchte Deine Tränen weinen
und Deinen Kummer tragen,
möchte Dein Schmerzensfänger sein
und was Dich quält verjagen.

Ich möchte Deine Angst vertreiben
und sie für Dich erschrecken,
möchte Dich in meinem Herzen
vor allem Leid verstecken.

Ich möchte Deine Gedanken stehlen
und sie für Dich zerdenken,
möchte Dir in meinen Armen
für immer Seelenfrieden schenken.

16. Dezember 2012

© Antje Lieblang

Winterspaziergang

I.

Sonnenvergoldet
tanzt der Schnee
vor Himmelblau,
von den Ästen,
auf unsere Köpfe,
streichelt kühl
rote Wangen,
legt sich glitzernd
auf dicke Jacken
und pudert geschickt
noch zwei Hundenasen,
um dann jeden
unserer Schritte
zauberhaft
zu vertonen.

II.

Während
Nasen und Ohren,
Hände und Füße
langsam gefrieren,
erwärmt sich die Seele
und taut das Herz.

08. Dezember 2012

© Antje Lieblang

Eine Melodie, ein Rhythmus, zwei Stimmen

Seelenduett | (c) Antje Lieblang

Alles neu macht der Dezember! Bis zum Mai konnte ich nämlich einfach nicht mehr warten. Deswegen gibt es jetzt dieses schöne, neue Blogprojekt. Denn nicht nur ich schreibe Gedichte, sondern auch meine wundervolle Frau. Allerdings ließ sie ihre Werke, bisher nur handschriftlich niedergeschrieben, in der Schublade verstauben. „Damit ist jetzt Schluß! „, habe ich mir gedacht und schlug eine Gemeinschaftsseite vor. Es kam keine Gegenwehr und nun hat sie den Salat. Seelenduett – Gedichte von ihr und mir. Ich hoffe, Euch gefällt’s!