Niemals gelben Schnee essen, denn es ist sicher kein Zitroneneis!

Es schneit und der Wald sieht wie verzaubert aus. Nachdem ich jetzt schon knapp zwei Wochen hier in meiner eigenen kleinen Dachwohnung lebe, die direkt am Waldrand liegt, habe ich es endlich geschafft, eine schöne Runde für einen Waldspaziergang ausfindig zu machen. Die Hundefelle hatten, im wahrsten Sinne des Wortes, tierischen Spaß und ich habe es genossen, sie rennen und toben zu sehen, sowie ich den Wald, die Stille und den Schnee genossen habe. Jetzt werde ich mir die Kürbissuppe warm machen, welche mir die Frau Mama gestern abend vorbei gebracht hat und den Flocken noch ein wenig beim Tanzen zuschauen. Kürbissuppe an Schneetreiben – das ist ja wie ein symbolischer Abschied vom Herbst!

Armer, armer B-Hund

B-Hund | (c) Antje Münch-Lieblang

Der B-Hund, das Gegenstück zum I-Hund, beherrscht die Kunst des ‚Futtererwerbens‘, wie kein anderer. Es ist unglaublich, was dieser Hund anstellt, um mich dazu zu bringen, ihm etwas Essbares zukommen zu lassen. Die Vorstellung beginnt damit, dass er sich vor mich hinsetzt und schwanzwedelnd anglotzt, was er wenig später dann durch ausdauerndes Fiepsen untermalt. Hat er damit keinen Erfolg, kommt die Phase des Körperkontaktes, das Stellen auf die Hinterpfoten mit Auflegen der Vorderpfoten auf meinen Schoß. Weiterhin wedelt er so sehr, dass er kurz vor dem Abheben steht. Zeige ich mich dennoch ignorant, fängt er an zu hopsen und zu bellen und macht Geräusche für die ich noch keine Bezeichnung gefunden habe. Da hilft dann auch kein Ignorieren mehr. Ich lasse das ‚böse Frauchen‘ raushängen und schicke ihn weg, lasse ihn sozusagen auf Granit beißen, statt auf den erträumten Knochen oder die gewünschte Schweinehälfte. Das zieht dann auch in der Regel und er trottet, wie geprügelt, völlig mitleidserregend und mit hängendem Schwanz davon … auf direktem Weg in die Küche, wo er dann demonstrativ minutenlang und laut klappernd seinen leeren Fressnapf ausleckt und bearbeitet! Das ist der Moment, wo ich mich dann für eine vollkommene ‚Rabenmutter‘ halte, bei der der Tierschutz schon auf der Matte steht. Vor meinem inneren Auge sehe ich diesen Hund abgemagert und frierend, irgendwo einsam und alleine eingesperrt sitzen, während er mit seinem Fressnapf an die Gitterstäbe seines Käfigs schlägt und mit schwachen Pfoten das Wort ‚Hunger‘ in den Sand kratzt, bevor er zusammenbricht.

Und dann kriegt er natürlich sein Futter … der blöde Mistköter!

Pension Käfer

Es ist kalt in Deutschland! Das finden übrigens auch die Marienkäfer und haben sich kollektiv dazu entschlossen, ausgerechnet bei mir in der Wohnung zu überwintern. Täglich setze ich mindestens vier bis sieben von den Käferchen wieder an die frische Luft, denn zertreten werden oder vom I-Hund vernascht werden, sind meiner Meinung nach keine erstrebenswerten Alternative zum Kältetod. Kaum das ich mich versehe, sind wieder welche da und das, obwohl alle Türen und Fenster geschlossen sind. Ich habe keine blassen Schimmer, wie die kleinen Dinger ständig hier rein kommen. Eben saß ein wahrhaft mutiges Exemplar der gepunkteten Glücksbringer auf der Toilettenbrille, als ich den Toilettendeckel hob. Das hätte verdammt böse enden können, wenn ich mir auch nicht sicher bin für wen.