Slumdog Millionär

Slumdog Millionär | (c) Celador Films

Jamal Malik (Dev Patel) und sein Bruder Salim (Madhur Mittal) wachsen als Waisenkinder in den Slums von Mumbai auf. Während Salim mit zunehmendem Alter immer mehr in die Kriminalität abdriftet, hat der ruhige und sanfte Jamal nichts anderes im Sinn, als seine große Liebe Latika (Freida Pinto) wieder zu finden, die er als kleiner Junge kennen gelernt hat. In der Hoffnung, Latika sieht zu, bewirbt er sich bei der Quizsendung «Wer wird Millionär?» und schafft es dort tatsächlich Frage für Frage zu beantworten. Während ganz Indien Kopf steht und Jamal über Nacht fast Volksheldenstatus erlangt, ist Prem Kumar (Anil Kapoor), der Moderator der Sendung, misstrauisch und hält Jamal für einen Betrüger. Nach Ende der ersten Sendung wird Jamal von der Polizei verhaftet und mit brutalen Mitteln verhört. Aber alles was Jamal zu erzählen hat, ist die Geschichte seines Lebens, die ihm auf schicksalshafte Weise die Antworten auf alle bisherigen Fragen vorgegeben hat. Der Polizeikommissar (Irrfan Khan) glaubt ihm und pünktlich zur zweiten Sendung befindet sich Jamal wieder im Studio, um die letzte und alles entscheidende Frage gestellt zu bekommen. Trailer und Seite zum Film nach dem «Klick». Weiterlesen „Slumdog Millionär“

Tagesgedanken

Wenn ich mich mit dem Fahrrad zur Arbeit bewege, fahre ich immer an der Realschule vorbei. Heute hörte ich das Trillerpfeifengepfeife und Vuvuzelagetröte schon aus weiter Ferne. Nachdem an der Schule, an der ich zur Zeit arbeite, die Abiturienten am Mittwoch die Sau rauslassen durften, dürfen es heute die Zehnerklassen der Realschule und feiern feuchtfröhlich ihren Absch(l)uss. Mit feuchtfröhlich sind natürlich nicht nur die Wasserpistolen gemeint. Ich bin auch zur Realschule gegangen. Mein Abschluss war 1994. Wahnsinn, sechzehn Jahre ist das jetzt her. Ich kann mich noch relativ gut daran erinnern. Wir haben die Schule in eine Art Tempel verwandelt und unseren damaligen Direktor zum Oberguru erklärt, auf einen Thron gesetzt und mit Fächern bewedelt. Nachdem wir die Schule ordentlich auf den Kopf gestellt hatten, die gesammelte Lehrer- und Schülerschaft ausreichend unter uns gelitten hatte, wurden die Feierlichkeiten traditionell auf der örtlichen Schlossruine weiter geführt, um da irgendwann rotzevoll auf der Wiese zu liegen oder mit dem Kopf in irgendeinem Gebüsch zu enden. Wir fühlten uns ganz furchtbar erwachsen. Wenn ich mir heute die Schüler ansehe, die damals wir waren, merke ich, wie weit wir damals noch vom Erwachsenwerden entfernt waren und damit genau richtig lagen, auch wenn wir es nicht wussten. Wir haben das Leben problemlos auf die leichte Schulter genommen, machten uns alles einfach und sahen die Welt zu unseren Füßen liegen. Ehrlich gesagt, bin ich auch heute noch weit weg vom Erwachsenwerden, aber der Ernst des Lebens erinnert mich manchmal relativ unsanft daran, dass es nicht immer nur geradeaus geht wie früher, als man noch dachte, Lebensmittel wachsen im Kühlschrank der Eltern.