Neues aus dem ‚Doggy Fight Club‘

Igor | (c) Antje Münch-Lieblang

Der I-Hund ist gestern haarscharf der Verwurstung entgangen. Genauer gesagt, ist er den Fängen zweier Dobermänner entgangen, wovon eigentlich eines der possierlichen Hündchen eine Doberfrau war. Das weiß ich, weil ihr Name fiel, als der Besitzer sie sehr energisch mit „Paula, aus!“ aufforderte meinen Hund wieder auszuspucken. Ich bin ja auch selbst schuld: Es musste schnell gehen und ich habe deswegen an Halsband und Leine gespart. Frei von dieser gewohnten Einschränkung seiner Bewegungsfreiheit dachte sich der kleine größenwahnsinnige Kerl wohl, er könne eine dicke Lippe riskieren und als kleines Appetithäppchen mal zwei ausgewachsene Dobermänner vernaschen. Pustekuchen! Wir wissen alle, dass das genaue Gegenteil der Fall gewesen wäre, hätte das ‚gegnerische‘ Herrchen seine zwei Beiden nicht so gut unter Kontrolle gehabt. Nur der I-Hund schien das mal so gar nicht vorrauszusehen. Das anfängliche Gekläffe, was bald in hysterisches Gekreische umschlug, wandelte sich relativ schnell in schmerzvolles Gequieke, als Paula im wahrsten Sinne des Wortes die Schnauze voll hatte von dem Theater. Möglicherweise ist der I-Hund jetzt schlauer, denn die Lippe ist wirklich ziemlich dick und sein dreifach perforierter Kopf somit vielleicht etwas offener für Einsicht. Doch so wie ich ihn kenne, würde er es wieder tun und riskieren, dass ihm bei der nächsten Begegnung mit Paula und ihrem Kumpel direkt der ganze Kopf abgebissen wird. Um ehrlich zu sein, möchte ich gar nicht wissen, ob ihm dieses Erlebnis eine Lehre war oder nicht. Mir jedenfalls war es eine Lehre und ich werde den kleinen Kerl nicht mehr morgens im dunklen Wald unangeleint herum laufen lassen. Hab‘ ihn doch lieb den kleinen Rambo … und bin verdammt froh, dass nochmal alles gut gegangen ist!

Armer, armer B-Hund

B-Hund | (c) Antje Münch-Lieblang

Der B-Hund, das Gegenstück zum I-Hund, beherrscht die Kunst des ‚Futtererwerbens‘, wie kein anderer. Es ist unglaublich, was dieser Hund anstellt, um mich dazu zu bringen, ihm etwas Essbares zukommen zu lassen. Die Vorstellung beginnt damit, dass er sich vor mich hinsetzt und schwanzwedelnd anglotzt, was er wenig später dann durch ausdauerndes Fiepsen untermalt. Hat er damit keinen Erfolg, kommt die Phase des Körperkontaktes, das Stellen auf die Hinterpfoten mit Auflegen der Vorderpfoten auf meinen Schoß. Weiterhin wedelt er so sehr, dass er kurz vor dem Abheben steht. Zeige ich mich dennoch ignorant, fängt er an zu hopsen und zu bellen und macht Geräusche für die ich noch keine Bezeichnung gefunden habe. Da hilft dann auch kein Ignorieren mehr. Ich lasse das ‚böse Frauchen‘ raushängen und schicke ihn weg, lasse ihn sozusagen auf Granit beißen, statt auf den erträumten Knochen oder die gewünschte Schweinehälfte. Das zieht dann auch in der Regel und er trottet, wie geprügelt, völlig mitleidserregend und mit hängendem Schwanz davon … auf direktem Weg in die Küche, wo er dann demonstrativ minutenlang und laut klappernd seinen leeren Fressnapf ausleckt und bearbeitet! Das ist der Moment, wo ich mich dann für eine vollkommene ‚Rabenmutter‘ halte, bei der der Tierschutz schon auf der Matte steht. Vor meinem inneren Auge sehe ich diesen Hund abgemagert und frierend, irgendwo einsam und alleine eingesperrt sitzen, während er mit seinem Fressnapf an die Gitterstäbe seines Käfigs schlägt und mit schwachen Pfoten das Wort ‚Hunger‘ in den Sand kratzt, bevor er zusammenbricht.

Und dann kriegt er natürlich sein Futter … der blöde Mistköter!

Dicke Luft

Igor | (c) Antje Münch-Lieblang

Der I-Hund hat Angst vor der Gastherme, die sich im Flur hinter einer Tür verbirgt und hin und wieder mal aufflammt. Das ist dem I-Hund nicht geheuer, denn meistens passiert dieses Aufflammen immer dann, wenn er an der Therme vorbeitrippelt. Dann erschreckt er sich immer so sehr, dass er fast durchs Dach schlägt.  Dabei habe ich ihm doch schon alles gezeigt und erklärt, was sich hinter dieser geheimnisvollen Tür in diesem geheimnisvollen Kasten alles abspielt. Hat aber nichts genutzt. Das Unbehagen will nicht von ihm weichen. Das geht jetzt schon drei Tage so. Nun liegt er zwischen meinen Füßen, weil er denkt, dass ihm die böse Gastherme dort nichts anhaben kann. Allerdings ist er jetzt selbst zur Gastherme geworden und pupst, als gäb’s kein Morgen mehr. Großartig!

Lösungsvorschläge?