Hier sieht man meinen Blick vom Balkon auf die Kreuzung Vogelsangerstraße/Piusstraße in Köln-Ehrenfeld mit aufkommendem Unwetter im Hintergrund und albernem Windspielpapagei im Vordergrund

Sturmvogel | (c) Antje Münch-Lieblang

Dieses Foto ist schon ziemlich alt und ist mir gerade bei der Suche nach einem passenden Hingucker für den nächsten Eintrag aufgefallen. Irgendwie gefiel mir dieses Bild damals nicht ausreichend, um es zu veröffentlichen und so lagerte es einige Jahre auf der Festplatte. Eben habe ich es gesehen und wäre vor Begeisterung fast rückwärts vom Stuhl gekippt. Komisch, wie das manchmal so ist. Erst mag man etwas nicht und irgendwann ist man davon ganz hingerissen. Nach dieser Erkenntnis hielt ich den Moment für günstig diesem Bild endlich die verdiente Ehre zukommen zu lassen und somit haben wir hier jetzt einen weiteren sinnlosen Eintrag, den ich nicht schreiben wollte, mit einem Bild, welches ich nicht publizieren wollte. Eigentlich ein Grund zur hemmungslosen Freude, wäre da jetzt nicht noch ein Eintrag, den ich schreiben möchte mit einem passenden Bild, welches ich publizieren wollte. Blöd nur, dass ich da jetzt keine Lust mehr zu habe. Und was macht ihr so Sonntags um Zwanzigvorfünf?

509

Kölner Dom | (c) Antje Münch-Lieblang

Früher, als ich Köln nur hin und wieder besuchte und noch nicht bewohnte, gehörte es bei jedem Besuch dazu, den Dom zu erklimmen. Es war mir gewissermaßen ein tiefes inneres Bedürfnis und ohne diesen Ausflug über die Dächer der Stadt, schien mir irgendetwas zu fehlen. Der Dom kam mir vor, wie ein guter Freund und ich hatte Freude daran, ihm ‚auf’s Dach zu steigen‘ und bildete mir ein, er freue sich über meine Anwesenheit ebenso.

Daran erinnerte ich mich heute morgen, als ich im Nieselregen vor diesem imposanten Bauwerk stand. Seit fast zehn Jahren wohnst Du jetzt hier …, dachte ich so. Eine verdammt lange Zeit …, dachte ich so. Und dann wurde mir bewußt, dass ich die 509 Treppenstufen bis zur Domspitze, das letzte Mal betreten hatte, als ich Köln das letzte Mal besuchte. Es kam mir vor, als sei es gestern gewesen.

Zehn Jahre können vergehen, wie im Flug!, dachte ich so und sah beschähmt zu Boden, … so wie man eben zu Boden sieht, wenn einem bewußt wird, dass man einen guten Freund vergessen hat.