Eine Runde Bananen für alle

Überraschung, der wilde Affe ist zurück!

Da suche ich den Kerl über Jahre, bis in fremde Länder, und musste vor einigen Wochen erschrocken feststellen, dass ich selbst ihn versehentlich eingesperrt hatte, als ich etwas anderes versuchte auszusperren.

Ach wilder Affe, warum hast du dich denn nicht deutlicher bemerkbar gemacht? Oder habe ich einfach nicht richtig hingehört? Und wie hast du all die Zeit überlebt, ganz ohne Bananen? Fragen, die wir noch klären müssen. Wir werden uns jetzt erstmal beschnuppern, sind wir doch beide um ein paar Jährchen älter, uns etwas fremd und um einige Kilos leichter geworden. Ein Wunder, dass wir uns überhaupt erkannt haben.

Ich bin froh und glücklich, dass er wieder da ist und hoffe, er wird mir meine Unachtsamkeit verzeihen. Bananen alleine werden da wohl nicht reichen, um meinen guten Willen zu beweisen. Vermutlich werde ich ihm für den Rest unserer Tage noch seinen angegrauten Rücken striegeln dürfen, damit er mir wieder vertraut.

Ab jetzt werde ich es besser machen, versprochen.

Willkommen zurück, mein alter Freund!

Gottvertrauen

Geh den Weg, es ist der deine,
laufe langsam, leb und sei.
Du bist niemals ganz alleine,
rennst du nicht an dir selbst vorbei.

Hab Vertrauen in das Leben
und den Mut ins Jetzt zu sehen.
Sicherheit wird es nie geben –
was geschehen soll, wird geschehen.

Und wenn der Kopf dir Beinchen stellt,
dann lass ihn einfach und geh weiter.
Hör auf dein Herz, es kennt den Weg,
denn Herzen sind gescheiter.

03. März 2020

© Antje Münch-Lieblang

3 – 1 = 0

Manchmal schweigt die Kreativität. Sie hat einfach nichts zu sagen. Möglicherweise ist sie auch sprachlos. Und das wäre nur allzu verständlich, denn ich bin es auch. Dabei haben wir uns so unglaublich viel zu sagen, die Kreativität und ich. Stattdessen schweigen wir uns aus. Oder auch an.

Die Kreativität schweigt allerdings nicht immer. Alternativ meldet sie sich in den unpassendsten Momenten – zum Beispiel kurz bevor ich zur Arbeit muss oder wenn ich bei der Arbeit bin. Oder am Abend, wenn ich müde bin. Oder Unterwegs, wenn ich unterwegs bin. Oder oder oder. Ich möchte gar nicht wissen, wieviele arme Kreativitäten an dem Zustand zu Grunde gehen, den wir so leichtfertig als Leben bezeichnen.

Dieser Zustand hat uns ein wenig entfremdet, die Kreativität und mich, und führt seit geraumer Zeit dazu, dass er hier zu nicht viel mehr führt, als zu einem schwachen Lebenszeichen dann und wann. Ich bin noch da – irgendwie. Und auch die Kreativität ist noch da – irgendwo. Nur den wilden Affen haben wir beide schon lange nicht mehr gesehen. Möglicherweise hat er sich selbst ausgewildert und lässt es krachen. Hätte ich an seiner Stelle auch getan, bei der lahmen Gesellschaft hier. Scheidungskind, quasi.

Gesucht haben wir ihn schon, aber nicht gefunden. Er hat seine Spuren gut verwischt. Ein wenig Zeit werden wir dem abtrünnigen Gesellen noch geben, bevor wir seine Stelle neu ausschreiben. Denn so sehr er auch manchmal genervt hat, so sehr fehlt er. Aller guten Dinge sind eben nunmal drei.

Geduld heißt also weiterhin das Zauberwort.
Geduld und ein Bund Bananen.